Häufig gestellte Fragen

Im Folgenden möchten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zum Ausbau des MHKW Offenbach beantworten. Sollten Sie weitere Informationen benötigen, können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

Worum geht es beim Ausbau des Müllheizkraftwerks?

Die EVO will die Kapazität der bereits bestehenden Verbrennungslinien 1-3 des MHKW Offenbach von jährlich 250.000 t auf 300.000 t erhöhen.

Als weitere Maßnahme integrieren wir im MHKW eine neue Anlagentechnik zur Verwertung von Klärschlamm. Diese Anlage dient der thermischen Verwertung von Klärschlamm und ist auf eine Jahreskapazität von 100.000 t Rohschlamm ausgelegt. Sie ermöglicht so die Wiedergewinnung von lebensnotwendigem Phosphor aus den Klärschlämmen.

Erfordert der Kapazitätsausbau eine Erweiterung des Betriebsgeländes?

Nein. Für die zusätzlichen 50.000 t Müll pro Jahr, die wir in den Verbrennungslinien 1 - 3 entsorgen möchten, sind keine weiteren technischen Einrichtungen notwendig. Die neuen Anlagen zur Verwertung von  Klärschlamm integrieren wir im Wesentlichen in das bereits bestehende Gebäude. Nur für Annahme und Lagerung wird eine neue Halle mit Bunker auf einer asphaltierten als Stellplatz genutzten Fläche gebaut.

Warum sind diese Ausbaumaßnahmen notwendig?

Durch den Kapazitätsausbau des MHKW auf 300.000 t pro Jahr wollen wir die Abfallentsorgung in unserer Region langfristig sichern und zugleich bei der Erzeugung von Fern- und Prozesswärme fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle einsparen. Damit senken wir den CO2-Ausstoß und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.

Mit der Errichtung der Anlagen zur Klärschlammverbrennung nehmen wir kommende gesetzliche Anforderungen vorweg. Künftig dürfen weniger und nur noch sehr schadstoffarme Klärschlämme auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Auch die Mitverbrennung in anderen Kraftwerken wird nur noch für eine Übergangszeit erlaubt sein. Deshalb müssen wir jetzt schon Alternativen planen und bereitstellen.

Welche Abfälle werden im MHKW verbrannt?

Das Müllheizkraftwerk Offenbach ist eine typische Hausmüllverbrennung und dient der thermischen Verwertung von ungefährlichen Abfällen, die aus Hausmüll (graue Tonne) und hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen bestehen. Die neue Anlagentechnik wird zur thermischen Verwertung von  Klärschlamm errichtet.

Wieso kann der Klärschlamm nicht weiter wie bisher entsorgt werden?

Der Gesetzgeber sieht vor, Klärschlamm künftig in Mono-Verbrennungsanlagen thermisch zu verwerten und so die Grundlage zu schaffen, um aus der anfallenden Asche Phosphor zu gewinnen. Damit soll verhindert werden, dass sich Schadstoffe in den Böden anreichern, denn dies kann auf landwirtschaftlichen Flächen zur Überdüngung und zu einer umweltschädlichen Belastung durch Schwermetalle führen. Der Boden verzeiht die dauerhafte Ausbringung von Schadstoffen nicht, denn sie lassen sich selbst mehrere Jahre nach der letzten Düngung mit Klärschlamm noch nachweisen.

Was bedeutet "thermische Verwertung" und was hat es mit der Gewinnung von Phosphor auf sich?

Thermische Verwertung bedeutet, dass unter Energiezufuhr der Wasseranteil des Klärschlammes zunächst verdampft und anschließend der Kohlenstoffanteil in der verbleibenen Trockensubstanz unter Sausertoffzufuhr energetisch verwertet wird.

Wir wollen in Zukunft außerdem die Grundlage schaffen, aus der Asche verbrannter Klärschlämme Phosphor zu gewinnen. Dieser wertvolle und weltweit nur begrenzt vorhandene Rohstoff wird beispielsweise für die Produktion von Düngemitteln benötigt.

Welche Schadstoffe sind in Klärschlamm enthalten?

Es gibt drei Gruppen von Substanzen, die sich in organische und anorganische Schadstoffe gliedern.

  • Bei den organischen spielen die Inhaltsstoffe von Medikamenten, z.B. hormonell wirksame Substanzen, eine besondere Rolle aber auch krankheitserregende Organismen.
  • Anorganische Substanzen stammen zum Teil aus Stoffen, die jeder im Haushalt verwendet, etwa Putz- und Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte oder Heimwerkerchemikalien wie Holzschutzmittel.
  • Die Hauptquelle für die ebenfalls anorganischen Schwermetalle im kommunalen Klärschlamm sind die künstlichen Oberflächen unserer Städte. Blei, Cadmium Kupfer und Zink geraten beispielsweise über Gebäudeflächen, Rohre, Bremsbeläge oder Stromleitungen ins Abwasser und damit in den Klärschlamm.
Wie werden diese Schadstoffe eliminiert?

Die neue Anlagentechnik greift auf die bestehende Rauchgasreinigung zu. Dort werden nach der Verbrennung in einem mehrstufigen Prozess alle Schadstoffe herausgefiltert. Die Asche werden wir in Silos lagern und künftig zur Phosphorgewinnung nutzen. Alle Verbrennungslinien halten die strengsten Emissionsgrenzwerte ein.

Was geschieht mit der Asche aus der Klärschlammverwertungsanlage?

Wir sehen die Chance aus der Asche der Klärschlammverwertung Phosphor zurückzugewinnen. Dieser wertvolle und weltweit nur begrenzt vorhandene Rohstoff wird beispielsweise für die Produktion von Düngemitteln benötigt.

Erhöht die neue Verbrennungsanlage nicht die Lärm- und Schadstoffemissionen des MHKW?

Nein. Die Anlieferung der Klärschlämme erfolgt über einer speziellen Abkipphalle, die während der Entladung geschlossen ist und in der ein Unterdruck erzeugt wird. So ist sichergestellt dass weder Lärm noch Gerüche oder Schadstoffe nach außen dringen können. Die Luft aus der Abkipphalle wird in die Verbrennungsanlage gesaugt. Auch die Verwertung des Klärschlamms sowie die weitere Prozesstechnik erfolgen ohne Auswirkungen auf die Umgebung des MHKW.

Die neue Mono-Verwertungsanlage hält – wie auch die bestehenden Verbrennungslinien des MHKW – alle von aktuellen Bundes-Immissionsschutzverordnung und von der TA Luft festgelegten Grenzwerte sowie die europäischen Anforderungen an die beste verfügbare Technik für die Abfallverwertung sicher ein. Die Anlage wird kontinuierlich messtechnisch überwacht. Zusätzlich finden jährliche Einzelmessungen durch ein zugelassenes externes Messinstitut statt.

Warum verbrennt die EVO den Klärschlamm nicht an einem anderen Standort?

Das MHKW Offenbach hat bereits die Genehmigung zur Mitverbrennung von bis zu 25.000 t Rohschlamm pro Jahr. Vor allem aber bietet das MHKW optimale Voraussetzungen zum Aufbau einer Monoklärschlammverwertungsanlage: Das Personal des MHKW besitzt die nötige Fachkompetenz, und die erforderliche Infrastruktur ist bereits vorhanden. Wir nutzen also Synergieeffekte, steigern die Effizienz des MHKW, sparen Kosten und halten damit letztlich die Entsorgungsgebühren stabil.

Woher stammt der Klärschlamm, der im MHKW Offenbach verbrannt werden soll?

Es handelt sich dabei in erster Linie um Klärschlamm, der in kommunalen Kläranlagen in der Region anfällt. Bereits in den bestehenden Anlagen haben wir bisher jährlich rund 3.000 t Trockenklärschlamm aus Rodgau und Dietzenbach mitverbrannt. Mit unserer neuen Monoklärschlammverwertungslinie erhöhen wir diese Kapazität auf 100.000 t Rohschlamm (bzw. ca. 25.000 t Trockenschlamm). Damit bietet die EVO dem Bedarf folgend weiteren Betreibern von Kläranlagen aus der Region eine sichere zuverlässige und umweltfreundliche Entsorgung.

Kommt es durch die Anlieferung zusätzlichen Klärschlamms zu einer höheren Verkehrsbelastung in den umliegenden Ortschaften?

Nein. Die Klärschlämme aus Rodgau und Dietzenbach werden wie bisher über die Landstraßen L 3001 und L3117 angeliefert. Die zusätzlichen Transporte durch neue Anlieferer erfolgen nicht durch die umliegenden Städte und Gemeinden, sondern wie bisher vorwiegend über die Autobahnanbindungen A661 /A3.

Ändern sich infolge des Ausbaus die Annahmezeiten des MHKW?

Nein. Die genehmigten Annahmezeiten bleiben davon unberührt.